bei Erwachsenen

Therapie nach der CI-Versorgung

Nach der Versorgung mit einem Cochlea-Implantat beginnt die nächste wichtige Phase: Das CI wird individuell eingestellt und das Hören sowie Sprachverstehen mit dem Implantat Schritt für Schritt erreicht. Ziel ist es, ein möglichst gutes individuelles Hören und Verstehen innerhalb von wenigen Tagen zu erzielen.

Für die Therapie nach der CI-Versorgung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

Ambulante Therapie im DHZ

Die ambulante Therapie umfasst eine intensive individuelle Anpassung des Cochlea-Implantats über bis zu fünf Tage im Deutschen HörZentrum Hannover (in der Regel von Montag bis Freitag)

Anschlussheilbehandlung (AHB)

Alternativ besteht die Möglichkeit einer bis zu vierwöchigen Anschlussheilbehandlung (AHB) in einer spezialisierten Reha-Klinik, beispielsweise in Bad Münder – zu beginnen ca 14 Tage nach der Implantation.
Die AHB bietet die Möglichkeit, die Therapie nach der CI-Versorgung über einen längeren Zeitraum in einer spezialisierten Rehabilitationseinrichtung durchzuführen.
Wir beraten Sie bereits vor der Implantation und auch nach der Operation zu den verschiedenen Möglichkeiten und empfehlen Ihnen die für Ihre individuelle Situation passende Therapie.
Wenn Sie sich bereits vor der Operation für eine AHB entschieden haben, wenden Sie sich für eine ausführliche Beratung an den Sozialdienst der MHH:

Sozialdienst der MHH
E-Mail: sozialdienst@mh-hannover.de

Wichtig für Ihre Therapieplanung:
Sobald Sie sich für einen Therapieort entschieden haben, informieren Sie bitte das DHZ. So kann Ihre technische Ausrüstung rechtzeitig am Therapieort zur Verfügung stehen.

bei Kindern

Vier bis sechs Wochen nach der Cochlea-Implantation wird der Sprachprozessor angepasst und mit dem Hör-Sprachtraining begonnen. Dies findet entweder im Deutschen HörZentrum Hannover (DHZ) oder im Cochlear Implant Centrum (CIC) „Wilhelm Hirte“ statt. Bereits während des stationären Aufenthaltes nach der CI-Operation in der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover wird das so genannte Headset an den Kopf des Kindes probeweise angelegt („Probeton“). Zu Beginn der eigentlichen Anpassung des Sprachprozessors werden die Kinder mit einem Elternteil in der HNO-Klinik der MHH, im CIC oder in einem nahe gelegenen Hotel aufgenommen.

Unter kindgerechten Bedingungen wird der Sprachprozessor angepasst und schrittweise die Elektroden aktiviert. In einem kontinuierlichen Aufbauprozess kann das Kind dann erste Hörerfahrungen gewinnen und diese mit der Zeit erweitern. Durch die Gemeinschaft mit mehreren Kindern und die Gespräche der Eltern untereinander lassen sich Erfahrungsinhalte austauschen, eine gegenseitige Unterstützung bei dem Hör-Sprachtraining erreichen und so die erforderliche Intensivierung erzielen. Die Aufenthalte in Hannover umfassen einwöchige oder halbwöchige Zeiträume. Am Anfang sind diese Aufenthalte enger gestaffelt, gegen Ende der gesamten Therapieperiode in größeren Abständen.

Das inhaltliche pädagogische Konzept in Hannover basiert auf der speziellen CI-Erfahrung unserer Klinik seit 1984. So lassen sich die Systeme bei Kindern optimal einsetzen zur Gewährleistung einer sehr guten Hörbahnreifung. Zudem nutzen wir die therapeutischen Möglichkeiten der Auditiv-Verbalen Therapie (AVT). Diese Therapieinhalte werden im DHZ vermittelt und können gut mit entsprechenden Therapeuten in der Heimat der Patienten verbunden werden.

In regelmäßigen Abständen werden die erreichten Therapieerfolge durch standardisierte Tests überprüft. 

Als weiterer Partner und von ebenso großer Bedeutung sind die pädagogischen Einrichtungen vor Ort, das heißt die Frühförder- und Schwerhörigeneinrichtungen sowie die Landesbildungszentren. Die dort bereits vor der Implantation begonnenen therapeutischen Maßnahmen müssen jetzt unter Zuhilfenahme des CIs intensiviert und fortgeführt werden. Da diese Einrichtungen in der Regel die Kinder über einen mehrjährigen Zeitraum betreuen, kommt ihnen besondere Bedeutung in der Gesamtkonzeption der CI-Versorgung zu.

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